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Wanderfahrt Tag 6: 82 Kilometer Rhönluft - Lust auf mehr

kontakt33667
vor 4 Stunden
4 Min. Lesezeit

Am Rhönhäuschen ließ es sich hervorragend gut schlafen und auch das Frühstück wurde mit einem Schwätzchen ausgiebig zelebriert. Beim Gespräch mit Steffi war es noch einmal Thema: Ob wir froh sind, dass es heimgeht? Die Kinder freuten sich, unter anderem, weil eine Bestellung angekommen war, auf die sie gewartet hatten, und das Wetter wieder schlechter werden sollte. Wir Erwachsenen wären auch noch weitergefahren.


Danach ging es ans Anspannen. Artig ließen sich Teddy und Billy von der Koppel holen. Steffi sattelte ebenfalls eines ihrer Pferde und wollte uns ein Stück begleiten. Nachdem alles verstaut war, ging es leicht verspätet los. Der Regen ließ auf sich warten, sodass wir frohen Mutes den Heimweg antraten.

Kurz vor der Arche Rhön verabschiedeten wir Steffi und trabten zügig nach Kaltenwestheim, denn am Berg wehte ein frischer Wind, dem wir schnell entkommen wollten.

Ab Kaltennordheim waren die Kinder in heller Aufregung und erwarteten die Ankunft zu Hause. Bis hierher ging’s für Billy und Teddy auf angenehmem Grund stetig bergab. Das letzte Stück, wieder steigend, würden sie nun auch noch schaffen.


Ich freute mich, dass wir ohne große Zwischenfälle bald zu Hause sein würden, hatte aber auch ein Tränchen im Auge, weil unsere Wanderfahrt bald ihr Ende fand. Ich wusste, dass mich zu Hause der Alltag erwartete. Aber ich war stolz auf die Pferde, die uns so verlässlich von A nach B brachten. Ich war dankbar, dass ihnen und uns nichts passiert war und wir jeden Tag komplikationslos vorangekommen waren. Dass die Wege und Unterkünfte gepasst hatten und all die Dinge, die ich entweder nicht mehr geschafft oder gar nicht erst in der Hand hatte, so gut ausgegangen waren. Wir hatten eine wirklich gute und schöne Zeit!

Kurz vor Kaltenlengsfeld schaffte es die Sonne durch die Wolken und unser Kumpel Silvio filmte spontan die Einfahrt in den Heimatort.


Da waren wir also wieder. Sechs Tage Wanderfahrt, davon fünf Fahrtage und insgesamt 82 Kilometer. Verrückt.


Als wir auf den Hof fuhren, begrüßten uns die zu Hause gebliebenen Pferde und wir begannen auszuschirren und die ersten Sachen zu verstauen. Anschließend gab es für Teddy und Billy einen Kraftfuttersnack, bevor wir sie in die Herde entließen. Am nächsten Tag wollten wir sie noch einmal leicht bewegen. Für heute hatten sie Feierabend.

Wir Menschen ließen auch die Fünfe gerade sein und erledigten nur noch das Nötigste. Am Abend gab es einen gemeinsamen Filmabend, bevor wir um 22 Uhr ins Bett fielen.


Und mein Fazit? Warum wir auch noch hätten weiterfahren können?

Es ist einfach entschleunigend. Die Geschwindigkeit zwingt dich förmlich dazu, im Hier und Jetzt zu sein. Dieses Annehmen der Gegebenheiten sorgt dafür, dass innere Ruhe einkehrt. Der gleiche Rhythmus, inmitten der Natur mit all ihren Launen. Diese Kombination erdet. Irgendwann ist jeder Gedanke gedacht. Jedes Wort gesagt. Für mich die effektivste Art der Entspannung.

Kein Wunder, dass so viele Menschen vom Pilgern schwärmen.

Mich draußen zu bewegen, noch dazu mit Tieren, die uns und unser Gepäck mitnehmen, ist für mich eine der schönsten Arten zu reisen. Auch wenn wir durch den Familientrubel nicht viel Zeit für uns selbst und als Paar hatten, waren die täglichen Fahrten von Ort zu Ort mein Highlight. Alle zusammen mit den Pferden. Meine Wunscherfüllung.


Klar, unsere Konstellation hat Luft nach oben. Mit einem Dach auf den Kutschen wäre Niederschlag weniger problematisch. Größere Kutschen hätten mehr Platz für Kleidung und Essen – bringen aber auch mehr Gewicht mit sich, was gezogen werden muss. Auch das Kleidungsthema war schwierig. Ich hatte rückblickend zu viel mit – andererseits: lieber zu viel als zu wenig?!


Auch Unterkünfte ohne Selbstversorgung hätten mehr Urlaubscharakter gehabt, weil wir uns nicht um Mahlzeiten hätten kümmern müssen. Im Umkehrschluss wäre es aber auch teurer geworden. So waren es etwa 1.200 Euro für die sechs Tage. Wobei wir allen Pferdemenschen auf der Reise sehr dankbar sind, denn keiner wollte für die Unterbringung unserer zwei ein Entgelt. Das ist nicht selbstverständlich und war sehr großzügig.


Auch bleibt durch die täglichen Routinen wenig Zeit für den Ort, an dem man gerade ist. Um mehr zu erfahren, müsste man wenigstens einen ganzen Tag verweilen. Bei gleicher Reisedauer hieße das, an den Fahrtagen mehr Strecke zurückzulegen, früher loszufahren und länger unterwegs zu sein. Hier muss man individuelle Prioritäten setzen, denke ich.

Alles in allem war es für mich perfekt und ich bin froh, doch losgefahren zu sein.


Sehr gefreut habe ich mich auch über euer Feedback. Das Schreiben macht mir Spaß und hilft mir, Erlebtes zu verarbeiten. Andererseits ist es mir eine große Freude, wenn ich euch dadurch inspirieren und mitnehmen kann. Eure Wünsche und lieben Worte sind für mich eine große Wertschätzung! Auch dafür danke ich euch!


Ich kann euch auf jeden Fall empfehlen, es einmal auszuprobieren! Es muss ja nicht gleich eine Tour mit Pferd und Hund sein. Auch zu Fuß mit Rucksack sind einige Kilometer möglich. Und unsere Region bietet so viel. Traut euch und lasst euch auf dieses Abenteuer ein!


Ich habe die nächste Reise übrigens schon im Kopf: Pfingsten 2027 – vielleicht am Rennsteig. Wer kommt mit? :-)










 
 
 

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