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Manchmal kommt das Wesentliche einfach ins Spiel

kontakt33667
vor 2 Tagen
3 Min. Lesezeit

Auf der heutigen To-do-Liste stand zuerst Ausschlafen. Allerdings sah Talvi das anders und bevorzugte es, ab halb acht durch die Wohnung zu wuseln.

Als sie Thora und mich erfolgreich geweckt hatte, machte ich mich ans Frühstück. Einen konkreten Plan für den Tag gab es nicht. Nach den Pferden schauen und den örtlichen Weiher und Spielplatz erkunden waren die einzigen Punkte auf der heutigen Agenda.


So verbrachten wir den Vormittag zwischen Couch und Küchentisch und beratschlagten die konkrete Reiseroute für morgen. Auch wollte ich von den Kindern wissen, was sie bis jetzt am besten fanden. Ohne große Überlegung nannten sie „die Höhle“.

Gemeint ist der Platz unter der Plane, die wir am ersten Tag über den hinteren Sitzbereich der Kutsche gespannt hatten. Ich hatte so meine Bedenken, ob das für die Kinder eine gute Lösung ist. Wichtiger war mir jedoch, dass sie trocken saßen.

Nun war dies zu meiner Überraschung auch noch eines ihrer Highlights. Auf mein Nachhaken, ob es noch etwas gäbe, nannten sie auch die langsame Fortbewegung, weil sie so mehr sehen als im Auto.

Ihre Antworten freuten mich, da mich die Gedanken von gestern, was wir unseren Kindern grundsätzlich mitgeben wollen, noch beschäftigten.


Mir ist bei unseren Unternehmungen wichtig, dass jeder auf seine Kosten kommt und nicht nur dabei ist, weil ich das so möchte. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass wir uns auf das Wesentliche besinnen und die kleinen Dinge wertschätzen. Offenbar braucht es dafür manchmal nicht mehr als eine Plane über dem Kutschensitz. Auch die wechselnden Unterkünfte wecken ihre Neugier. Die Vorfreude auf das, was sie als Nächstes erwartet, erleichtert den täglichen Ortswechsel.


Nach diesem Tischgespräch und Thoras Mittagsschläfchen liefen wir zu Billy und Teddy. Dort schien alles in bester Ordnung, sodass wir uns durchs Dorf Richtung Fischteich auf den Weg machten. Den mitgeschleppten Fußball im Wasser treibend und zwei quengelnde Mädchen später, verschnauften wir auf einer Wiese. Der Spielplatz lockte und so liefen wir weiter zum anderen Ende des Dorfes, vorbei am Kiosk des Vertrauens, der neue Bewegungsmotivation hervorrief.


Endlich angekommen, hatten wir einen tollen Blick auf den Kreuzberg und auch die Kinder fanden genügend Beschäftigung.

Etwas Bewegung tat allen gut und so ließ ich mich zum Ende spontan auf ein Basketballspiel mit den Jungs ein. Eigentlich wollte ich zurück zur Unterkunft und nur kurz Odins Wunsch nachkommen, ein paar Bälle zu werfen.

Ohne einen Wettkampfcharakter und übertrieben euphorisch versuchten wir uns gegenseitig den Ball wegzunehmen und Körbe zu werfen.

Ich musste dabei so herzhaft lachen, dass wir den ganzen Spielplatz unterhielten.

Tobias, der sich das Spektakel anfangs aus der Entfernung mit ansah, spielte wenig später ebenfalls mit und es dauerte nicht lange, bis auch er laut zu lachen anfing.

Und da waren sie dann, die kleinen, unscheinbaren Momente, die aus einem Ballspiel etwas Besonderes machen und in unserem Alltag oftmals zu kurz kommen.


Wie schön wäre es, diese Leichtigkeit dauerhaft mit in den Alltag zu nehmen. Meine Erfahrung zeigt leider, dass sie sich schneller verliert, als mir lieb ist. Dennoch war der Moment wertvoll, auch wenn seine Wirkung nicht für immer anhält. Mir wurde wieder bewusst, dass ich mich öfter darauf einlassen darf, wenn sich die Gelegenheit bietet – auch wenn ich eigentlich gerade etwas anderes vorhatte.


Gut gelaunt traten wir wenig später den Rückweg an. Die restlichen Vorräte wurden zum Abendbrot verarbeitet und Thora war gegen 19 Uhr bereits bettreif.

Das passte ganz gut, denn ich hatte mich zu einem Zoomtreffen verabredet. Pünktlich zur Gruppenmeditation schlief sie ein und ich konnte die Zeit für mich nutzen.

Solche Zeit nur für mich ist im Alltag und auch auf Reisen selten.


Die täglichen Fahrten mit den Pferden zu neuen Orten sind für mich aber ein großes Highlight. Kann ich den Rest der Familie ebenfalls dafür begeistern, dann ist das mein Lottogewinn. Der zusätzliche Freiraum heute war ein schöner Tagesabschluss.

Für morgen steht dann wieder die nächste Etappe mit Billy und Teddy an – und ich bin gespannt, welche kleinen und großen Erlebnisse unterwegs auf uns warten.











 
 
 

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