Wanderfahrt Tag 5: Wenn auch die Gedanken Pause machen
Aktualisiert: vor 13 Stunden
Zwischen 7 und 8 Uhr früh hatte sich als Urlaubsaufstehzeit eingependelt. So starteten wir auch an diesem Morgen. Als Erstes ging es raus, um bei den Pferden nach dem Rechten zu sehen und die Temperatur zu checken. Brrrrr, es war fröstelig. Danach eine warme Dusche und Frühstück im Turm. Der Tisch war reichlich gedeckt und alle hatten gute Laune.
Auf unsere letzte Station freute ich mich besonders. Es ging zum Rhönhäuschen. Dort wussten wir, was uns erwartet. Nach den vielen neuen Eindrücken war der Gedanke an diesen vertrauten Ort und das Wiedersehen mit Freunden schön.
Bis alles verstaut und die Pferde angespannt waren, vergingen weitere zwei Stunden. Ein letztes nettes Gespräch mit den Schlossbesitzern folgte und gegen 11 Uhr fuhren wir auf unseren nächsten Streckenabschnitt. Die Sonne blinzelte uns auf dem schönen Waldweg bis zur Bundesstraße entgegen und laut Wetterbericht sollte es trocken bleiben.
Am Vortag hatten Billy und Teddy das meiste vom Anstieg geschafft, sodass wir heute nach den letzten 100 Höhenmetern „oben“ waren. 800 Meter über NN, auf der Langen Rhön, bei Sonnenschein – wir konnten bis zum Thüringer Wald blicken. Auch die Kinder waren mit „offenem Verdeck“ unterwegs und ließen sich den Herbstwind um die Nase wehen. Bis zur Abzweigung am Schwarzen Moor blieb die Bundesstraße unsere Hauptstrecke, eine andere Verbindung für diese Art der Fortbewegung gab es nicht. Aber bei dieser Aussicht war das kein Problem und auch der übrige Verkehr hielt sich in Grenzen und stresste mich nicht.
Wohin ich sah, schönste Natur – große Heimatliebe. Nach fünf Tagen dieser Art der Fortbewegung hatten auch meine Gedanken eine Pause eingelegt. Ich dachte weniger voraus, spielte keine Aufgaben mehr im Kopf durch und schaute einfach nur. Es war Ruhe eingekehrt. Auch dies durfte ich während des Spendenlaufs schon einmal erfahren und würde es als Erdung beschreiben.
Nachdem Thora von vorne nach hinten zu mir gewechselt war und ich sie in eine Decke eingewickelt hatte, schlief sie ein. Auch bei den großen Kindern war es ruhiger geworden. Eingemummelt in Decken saßen sie schweigend auf der Kutsche. Ein besonderer Moment, der mir in Erinnerung bleibt.
Der frische Wind veranlasste uns später dazu, die Höhle wieder zu aktivieren, und so fuhren wir bis kurz vors Ziel ohne weitere Pausen durch. Am Schwarzen Moor herrschte reges Treiben durch Wanderer und wir bogen links ab, um das letzte Stück bis Frankenheim auf Nebenstraßen zurückzulegen.
Im Wald wurde es mir dann doch ganz schön kalt und zusammen mit den Kindern lief ich neben Teddy das letzte Stück bis zum Rhönhäuschen, um mich ein bisschen aufzuwärmen.
Dort angekommen, begann das bekannte Prozedere mit Abspannen und Pferdeversorgen. Für mich war es die perfekte Abschlussstation dieser Reise. Wir sind gern am Rhönhäuschen und verbinden den Besuch auch mit Zeit bei Freunden.
Nachdem die Tiere versorgt waren, bezogen wir ein letztes Mal das Zimmer für die Nacht. Bei einer anschließenden Tasse Kaffee, Apfelstrudel und warmem Schokoküchlein machte sich auch ein bisschen Wehmut breit. Das tägliche gemeinsame Weiterziehen, die viele Zeit draußen und die Ruhe im Kopf – all das würde mir fehlen. Trotz Anstrengung und Wetterkapriolen waren es wirklich schöne und einzigartige Tage.
Den Nachmittag ließen wir im Zimmer ausklingen. Die frischen Temperaturen machen müde. Am Abend saßen wir mit Stefanie, Micha und Max zusammen beim Abendessen und werteten die Reise als auch so manches andere Thema aus. Ein schöner letzter Abend, der die Heimreise nicht besser hätte einläuten können. Morgen früh geht’s dann auf den letzten Streckenabschnitt.




Du schreibst so schön lebhaft dass ich eure Reise gefühlt miterlebt habe!
Danke von Herzen für diese Lesebereicherung💕