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Gemeinsam unterwegs – zwischen Kinderstreit und Glücksmomenten

kontakt33667
vor 2 Tagen
3 Min. Lesezeit

Tag zwei unserer Wanderfahrt startete ruhig. Bis wir gefrühstückt hatten und ein paar Bürodinge inklusive Blogbeitrag erledigt waren, ging es auf den Mittag zu. Ja, ein bisschen Arbeit ist irgendwie immer dabei und natürlich lässt sich darüber streiten, wie gut oder schlecht das ist. Wir versuchen immer, einen Mittelweg zu finden und die Arbeitszeit auf die Stunden zu legen, in denen die Kinder schlafen. Mit dem Abhaken dieser kleinen To-dos starte ich persönlich freier in den Tag.


Wir hielten mit Paul, dem Vermieter unserer schönen Wohnung, noch ein Schwätzchen über Doggen, denn auch er hatte eine an seiner Seite. Zusammen mit seiner Frau hat er viele Jahre gezüchtet und es gab einiges an Gesprächsstoff.

Dann ging es bei herrlichem Sonnenschein zu den Pferden. Kathrins Familie war vor Ort, denn sie selbst war an der Arbeit. Mit Schubkarre und Stallwerkzeug wurden die Kinder zum Abäppeln eingeteilt und ich versuchte, die Pferde davon zu überzeugen, mit mir von der Koppel zu kommen. Schließlich ließen sie sich überreden und wir fingen an, anzuspannen.

Anschließend ging’s wieder zur Wohnung, um unser Gepäck zu verladen. Zum Abschied kam auch Pauls Frau und überreichte uns ein Fläschchen aus der örtlichen Brennerei. So eine Gastfreundschaft ist wirklich besonders. In der heutigen Zeit empfinde ich diese kleine Geste wichtiger denn je. Ich selbst verschenke auch gerne kleine Aufmerksamkeiten und verbinde damit eine sichtbare Wertschätzung meines Gegenübers. Diese kleine Überraschung von Pauls Frau zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht und ließ mich erneut dankbar in den Tag starten. Beschwingt fuhren wir los auf unseren nächsten Streckenabschnitt.


Die Sonne blieb uns erhalten und Thora hielt wenig später neben mir ein Mittagsschläfchen. Zufriedenheit stellte sich ein. Unsere Hauptroute führte überwiegend durch den Wald und ich genoss die Farben, den Duft und das gute Gefühl, all das erleben zu können.

Natürlich ist das kein Dauerzustand und ich würde lügen, würde ich erzählen, dass eine derartige Reise mit vier Kindern immer entspannt und chillimilli ist. Es gibt Streit, es ist oft laut und natürlich bin auch ich hin und wieder genervt und am Ende des Tages geschafft.

Aber ich glaube, es ist immer noch besser, als es gar nicht zu machen. Die gemeinsame Zeit und das gemeinsame Erleben wiegen die stressigen Phasen auf. Unseren Kindern bewusst zu machen, wie einfach es ist, in den kleinen Dingen das Wertvolle zu erkennen, versuche ich, so oft es geht, vorzuleben. Und ich hoffe, dass neben all der Rauferei unter den Geschwistern auch das Gefühl der Gemeinsamkeit und die schönen Erlebnisse bleiben.


Google Maps wollte uns wie am Vortag ab und an durch märchenhafte, schmale Alleen schicken, die wir mangels passender Spurbreite leider ablehnen mussten. Auch eine Sperrung im Wald ließ uns eine Ehrenrunde drehen, die bei dem Wetter aber kein Problem war. Nach Premich hatten wir den Kreuzberg vor Augen und fuhren ihm bis Waldberg auf einem Forstweg entgegen.


An der Ferienwohnung Sonnenseite wurden wir von Christian und Diana begrüßt, die zusammen mit ihrer Tochter unsere Pferde auf ihre Koppel brachten. Auch hier trafen wir auf herzliche, aufgeschlossene Menschen und kamen schnell ins Gespräch. Die vorgesehene Weide war nur wenige Gehminuten von unserer Unterkunft entfernt und bot die perfekte Herberge für unsere Vierbeiner.

Im Gespräch stellte sich heraus, dass die Tochter der beiden ihre Ausbildung in der Agrargenossenschaft Hermannsfeld macht. So gab es gleich einen Bezug zu unserer Heimat. Auch Pferde hat die Familie und wir waren schnell auf einer Wellenlänge.

Diese Erfahrung durfte ich während des Spendenlaufs schon intensiv machen: fremden Menschen begegnen und sich nach kurzer Zeit vertraut fühlen. Ich liebe es, ihre Geschichten zu hören, ihren Lebenswegen zu lauschen und mich mit ihnen auszutauschen.

Bei all dem Streit und Unmut, der einem im Alltag begegnet, tun mir solche Begegnungen besonders gut. Menschen, die uns und unseren Tieren ganz selbstverständlich einen Platz geben und ihre Hilfe anbieten. Das stärkt meine Zuversicht und zeigt mir, dass Menschlichkeit gelebt wird.


Während ich Billy und Teddy versorgte, bezog Tobias mit den Kindern unser Domizil für die nächsten zwei Tage. Hieß: wieder alles Gepäck raus aus den Kutschen, rein in die Ferienwohnung.

Unsere Ferienwohnung liegt am Ende des Dorfes. Durch die große Fensterfront hatten wir einen herrlichen Blick auf den Wald. Schon beim Einfahren in den Ort hatte ich ein schönes Gefühl. Der Wald schließt das Dorf förmlich ein wie einen Schutzwall und man fühlt sich irgendwie wie am anderen Ende der Welt. Ein kleines, feines und gepflegtes Örtchen. Hier könnte ich’s auch länger aushalten.

Die Kinder bezogen aufgeregt ihr Zimmer, sahen sich im kleinen Garten um und starteten mit großer Aufregung und Freude ihren ersten Saunagang. Thora schmiss zwischendurch noch eine Nachttischlampe kaputt und nach zwei Stunden sah die Bude aus wie nach einem Raubüberfall – wir waren angekommen!


Nach dem Abendessen und einem ersten Blick auf die weitere Route läuteten wir den Feierabend ein. Mit einem Gläschen Bienenlikör aus Frauenroth fand der zweite Reisetag sein Ende. Ein Tag mit Sonne, wunderschöner Landschaft, herzlichen Begegnungen und dem ganz normalen Familientrubel.







 
 
 

1 Kommentar


Carolin Müller
vor einem Tag

Hallo Franziska, ich finde es immer wieder schön deine Berichte zu lesen. Du bringst eure/deine Erlebnisse, Gedanken und Werte so gut ins Wort. Liebe Grüße und weiterhin gute Fahrt

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